Wasserdichte Hörgeräte

Gibt es wasserdichte Hörgeräte?

Kurzfassung:

Wasserdichte Hörgeräte - Was bedeutet das genau?

Der Begriff „wasserdichte Hörgeräte“ sorgt häufig für Missverständnisse. Denn vollständig wasserfeste Modelle, die dauerhaft und bedenkenlos beim Duschen, Baden oder in der Sauna getragen werden können, gibt es derzeit nicht. Auch wenn moderne Hörgeräte immer besser gegen äußere Einflüsse geschützt sind, stoßen sie bei Wasser an ihre Grenzen.

In der Regel sind wasserdichte Hörgeräte heute mit einer sogenannten IP-Zertifizierung versehen. Die am häufigsten verwendete Schutzklasse ist IP68. Diese garantiert, dass das Gerät staubdicht ist und zeitweiliges Untertauchen in Süßwasser, bis zu 1,5 Meter Tiefe und maximal 30 Minuten, ohne Schäden übersteht. Ähnlich verhält es sich mit der IP67-Zertifizierung, die jedoch nur bis zu einer Wassertiefe von 1 Meter Schutz bietet.

Einige ältere Modelle verfügen lediglich über die Schutzklasse IP56. Das bedeutet: Schutz vor Staub in schädigender Menge sowie gegen starkes Strahlwasser. Für den Alltag reicht dieser Schutz oft aus, ersetzt aber keinen echten Wasserschutz.

Welche Hörgeräte gelten als wasserdicht?

Verschiedene Hersteller bieten heute Hörgeräte an, die als wasserdicht gelten, zumindest im Rahmen der aktuellen technischen Möglichkeiten. Gemeint sind damit in der Regel Modelle mit einer IP68-Zertifizierung, die für besonders hohen Schutz gegen Staub und zeitweises Untertauchen in Wasser steht.

Hersteller wie Oticon, Phonak und Signia gehören zu den Anbietern, die wasserdichte Hörgeräte mit dieser Schutzklasse im Sortiment haben. Besonders häufig sind es Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO), die diesen robusten Schutz bieten. Diese Modelle werden industriell gefertigt und sind dadurch weniger anfällig für Feuchtigkeitseinflüsse.

Etwas anders sieht es bei Im-Ohr-Hörgeräten (IdO) aus. Da diese individuell und maßgefertigt sind, kann ihre Wasserresistenz je nach Bauform und Passgenauigkeit variieren. Sie gelten daher als empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit als die standardisierten HdO-Modelle oder Ex-Hörer-Varianten.

Was tun bei Feuchtigkeit im Hörgerät?

Wie funktioniert ein Hörgerät
Feuchtigkeit im Hörgerät? Batterie entfernen und gründlich trocknen!

Auch bei sogenannten wasserdichten Hörgeräten kann es vorkommen, dass Feuchtigkeit eindringt, etwa nach einem starken Regenschauer oder beim versehentlichen Kontakt mit Wasser. Wichtig ist dann, schnell zu handeln, um technische Schäden zu vermeiden.

Falls Sie sich unsicher sind, ob Ihr Hörgerät über eine IP68-Zertifizierung verfügt und gerade kein Hörakustiker erreichbar ist, empfehlen wir Ihnen, als erstes die Batterie zu entfernen. Dieser Schritt schützt die empfindliche Elektronik vor Kurzschlüssen.

Im nächsten Schritt hilft eine Trocknungsbox mit Kieselgel. Sie unterstützt dabei, die Restfeuchtigkeit sanft aus dem Gerät zu ziehen. Deshalb raten wir bei Hörsysteme Jarchow grundsätzlich dazu, beim Kauf eines neuen Hörsystems auch gleich eine passende Trocknungsbox mitzubestellen, für alle Fälle.

Besitzen Sie ein akkubetriebenes Modell, sind spezielle UV-Licht-Trocknungsgeräte eine besonders komfortable Lösung. Sie trocknen nicht nur effektiv, sondern desinfizieren gleichzeitig alle Bereiche, die vom UV-Licht erreicht werden.

Ist keine dieser Hilfsmittel verfügbar, greifen Sie zu einem fusselfreien, trockenen Tuch, um sichtbares Wasser vorsichtig zu entfernen. Achten Sie darauf, keine Kanäle zu verstopfen.

FAQ

Auch wenn moderne Modelle immer besser gegen Feuchtigkeit geschützt sind, gilt: Hörgeräte sind nicht zum Schwimmen geeignet. Selbst wasserdichte Hörgeräte mit IP68-Zertifizierung sind nur begrenzt wasserresistent, sie dürfen nicht dauerhaft unter Wasser bleiben.

Gerade in der warmen Jahreszeit, wenn Schwimmbäder und Badeseen locken, ist Vorsicht geboten.

 

Ein leichter Regenschauer stellt für die meisten modernen Hörgeräte kein Problem dar. Dank wasserabweisender Nano-Beschichtung sind viele Modelle gut gegen Feuchtigkeit geschützt. Doch bei starkem Regen oder langem Aufenthalt im Freien sollten Sie unbedingt zusätzliche Vorkehrungen treffen.

Ohne Schirm oder Kapuze kann Regenwasser durch Mikrofonöffnungen oder Ritzen ins Innere des Hörgeräts gelangen. Wer viel unterwegs ist, sollte daher immer an eine Regenmütze oder geeignete Kopfbedeckung denken.

Die IP68-Zertifizierung ist derzeit der höchste Standard für wasserresistente Hörgeräte. Sie bietet doppelten Schutz: gegen Staub sowie gegen zeitweiliges Untertauchen in Süßwasser bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern, für maximal 30 Minuten.

Damit sind Hörsysteme mit dieser Schutzklasse ideal für alle, die sich mehr Freiheit im Alltag wünschen. Dennoch gilt: Absolut wasserdichte Hörgeräte, die dauerhaftes Baden oder Schwimmen ermöglichen, gibt es bisher nicht.

Sollten Sie in salzhaltigem Wasser unterwegs sein, etwa im Meer, ist besondere Vorsicht geboten. Salzwasser kann die empfindliche Technik stark angreifen. Lassen Sie sich hierzu unbedingt von einem Fachmann beraten.

Wenn Sie sich ein hohes Maß an Flexibilität im Alltag wünschen, sind Hörgeräte mit IP68-Zertifizierung eine hervorragende Wahl. Sie gelten als besonders robust gegenüber Feuchtigkeit und Staub und bieten damit eine gewisse Sicherheit, auch bei wechselhaften Bedingungen.

Zu den bekannten Herstellern, die Hörgeräte mit IP68-Zertifizierung anbieten, zählen:

  • Oticon
  • Phonak
  • Signia
  • ReSound

Doch nicht jedes Modell ist gleich. Die Unterschiede in der Bauweise, der Abdichtung und der Alltagstauglichkeit, insbesondere in Bezug auf den Kontakt mit Süßwasser oder Salzwasser, sind nicht zu unterschätzen.

Trotz aller Vorsicht kann es passieren: Das Hörgerät fällt ins Waschbecken oder ins Planschbecken. In diesem Fall heißt es, Ruhe bewahren und schnell handeln.

Solange das Gerät nur kurz mit Wasser in Berührung kam, besteht meist kein Grund zur Sorge. Bringen Sie das Hörgerät baldmöglichst zu einem Hörakustiker Ihres Vertrauens. Dort kann geprüft werden, ob technische Schäden vorliegen. Kleinere Probleme lassen sich oft direkt beheben, ein Austausch ist in der Regel nicht nötig.

Auch bei wasserdichten Hörgeräten gilt: Tägliche Pflege schützt. Der regelmäßige Einsatz von Trockenkapseln, einem Trockenbecher oder einer elektrischen Trockenbox hilft, die empfindliche Technik vor Feuchtigkeit und Schweiß zu bewahren.

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Hörakustikmeister in Scheeßel